18.05.2011 / Denver, CO / Starker Hagelschauer auf der Interstate 25

      18.05.2011 / Denver, CO / Starker Hagelschauer auf der Interstate 25

      Am besagten Datum waren mein Mann und ich etwas überrascht und unvorbereitet in ein Hagelgewitter im Großraum von Denver geraten. Unser Motel in Torington, WY hatte in der Nacht zuvor nur schlechtes Internet, alles total langsam. Die Stadt selbst wirkte ungemütlich, das Frühstück war grausig (möchte nicht wissen, wie alt meine Cornflakes waren, jedenfalls wurde mir später noch sogar übel), also hatte uns dort auch nicht mehr gehalten und wir machten uns auf den Weg Richtung Colorado Springs.

      Als wir langsam in den Denver Großraum kamen (über die Interstate 25 South), setzte Nieselregen ein. Es wurde langsam dunkler for uns. Dann gab es etwas Regen. Dann kleinkörnigen Hagel, den ich am Anfang noch als Graupel abstempelte. Soweit so gut, nichts außergewöhnliches in dieser Gegend. Dann öffnete der Himmel aber seine Schleusen und es gab ordentlich Hagel. Nicht sonderlich groß (maximal 1 cm würde ich schätzen), dafür aber ordentliche Massen. Die Interstate 25 (Interstate ist das, was in Deutschland die Autobahnen sind) wurde weiß, die umliegenden Felder und Dächer wurden weiß und der Verkehr kam fast zum Erliegen, die Hageldecke wuchs auf bis zu 10 cm an. Dazu einzelne Naheinschläge von Blitzen im Umkreis von unter einem km. Da hatte uns Petrus doch eine nette Überraschung bereitet.

      Unter den Autobahnbrücken hielten die Autos teilweise in vierter oder gar fünfter Reihe an, um Schutz vor den Hagel zu suchen und den Schauer abzuwarten. Nur durch den Umstand, dass der Verkehr eh nur langsam floß, war es keine große Gefahrensituation für die anderen Verkehrsteilnehmer. Nach 15 Minuten war der Spuck dann vorbei und die Verkehrslage normalisierte sich langsam wieder - wenn man in einem Großstadtbereich mit vier bis fünf Autofahrspuren je Fahrrichtung noch von "normal" sprechen möchte.

      Anbei noch vier Bilder. Ich hatte noch einige Bilder mehr gemacht, kann diese aber nicht mehr auffinden. Wenn es ganz dumm gelaufen ist, sind die versehentlich gelöscht worden, muss ich noch genauer checken. Weiter unten noch ein Video meiner PKW-Kamera. Wie so oft bei kleinerem Hagel gilt auch hier, dass es im Video meist viel harmloser und langweiliger wirkt, als es eigentlich war.


      Bild: Die Straßen wurden angesichts der Massen an kleinem Hagel schon bald weiß, der Verkehr kam ins stocken.


      Bild: Umliegende Hausdächer und Felder wurden winterlich angezuckert.




      Bild: Etliche Autofahrer suchten Schutz unter Autobahnbrücken. Angescihts dessen, dass der Hagel nicht sonderlich groß war, war dies aber eigentlich unnötig.



      Mit Durchzug der Kaltfront in der folgenden Nacht wurde es recht frisch im Gebiet von Denver und Colorado Springs, auf dem Weg nach Kansas zum Treffpunkt mit den anderen Chasern aus Deutschland hatten wir bei um die 0°C sogar Schneefall.


      Bild: Schneefall östlich von Colorado Springs.

      Grüße, Sven
      Hallo Sven,

      wenn ich mir so das letzte Foto so angucke, da wird es mir so richtig weihnachtlich ums Herz. Ich glaub ich pack dann schonmal mein Schlitten wieder aus... brrrrrrrrrrr

      Grüße
      Texte in meiner Funktion als Moderator sind grün, alles andere ist meine private Meinung.

      Avatar: Superzelle vom 26.Mai 2007 im Ländle.
      Hallo Sven,

      interessante Bilder und 0°C mutet schon ziemlich heftig an. Wie gross war der Temperatursturz eigentlich(Beleg dafür, was sich auf den Plains so abspielt)?

      Gruss

      Uwe
      SGLADSCHGLEI!
      Moin Uwe,

      im besagten Fall war der Temperatursturz noch recht moderat mit 15°C. Schon am nächsten Tag war knapp zur Grenze zu Kansas aber wieder Sonne pur und bis zu 20 Grad angesagt. Gerade im Grenzgebiet zu den Rockies ist es selbst im Juni teilweise nach Wetterlage recht "frisch", nicht umsonst werden den Mietwagen Eiskratzer beigelegt... ;)

      cu, Sven
      Hallo Sven,

      was durch trockenkalt und feuchtwarm möglich ist, hab ich noch so in kürzerer Erinnerung:

      examiner.com/natural-disasters…em-the-southern-u-s-video

      Die Videos aus Tuscaloosa sprechen für sich. Allein beim Anschauen bekomme ich immer noch echtes Fracksausen. Martialisches Dröhnen und Zuggeschwindigkeiten fernab von Gut und Böse.

      Gruss

      Uwe
      SGLADSCHGLEI!