Convective Outlook für Montag 27.04.2015

      Convective Outlook für Montag 27.04.2015



      Gültig von: 27.04.2015 6 MESZ bis 28.04.2015 6 MESZ
      Herausgegeben am: 26.04.2015 21 MESZ
      Forecaster: Florian Sabo, Sebastian Göhring

      Warnsituation:
      Eine Warnstufe 0 wurde herausgegeben aufgrund der Gefahr von kleinkörnigem Hagel bis 3cm und stürmischen Böen.

      Synoptische Übersicht:
      An einer recht südlich verlaufenden Frontalzone gräbt sich eine Zyklone im Bereich der Shetland-Inseln ein. Mit Vorankommen der Kaltfront geraten weite Teile Süd- und Ostdeutschlands präfrontal unter niedertroposphärische WLA- und Feuchteadvektion. An der Front bildet sich eine Tiefdruckrinne samt eingelagerter Bodenkonvergenz aus, welche subtropische Warmluft von deutlich kühlerer Meeresluft trennt. Ein schwaches Bodentief überquert von Frankreich kommend den Süden Deutschlands und sorgt zusätzlich für Hebung. Im Warmluftregime ist mit konvektiven Aktivitäten zu rechnen, die lokal kräftig ausfallen.

      Diskussion:
      Südbayern:

      Am Alpenrand dürfte sich durch den Mid-Level Wind aus südlichen Richtungen seichter Föhn einstellen. Dieser sollte die Stärke besitzen, ein schwaches Leetief auszubilden, weswegen es im Alpenvorland zu nördlichen oder östlichen Bodenströmungen kommt. Durch den Föhn und den vorherrschenden mäßigen Deckel sollte anfängliche Konvektion zunächst unterdrückt werden.

      Zudem hält sich trockenluftbedingt das Feuchteangebot vorerst in Grenzen. Am Nachmittag ist dort mit langsamer Feuchteadvektion aus Osten zu rechnen, sodass mit dem Aufbau von geschätzt 500 J/kg ML-CAPE zu rechnen ist. Mit Zusammenbrechens des Föhns löst es dann vornehmlich an den Konvergenzzonen der bayerischen Alpen aus. Dabei formieren sich überwiegend Multizellen, die anfangs isoliert, später zunehmend gruppig auftreten. Die ausgeprägte Richtungsscherung im Leetiefregime führt zu 0-3km Helizitätswerten von teilweise 150-200 m²s². Die ein oder andere Superzelle mit einem Risiko vor Hagel um 3cm ist durchaus möglich. Lokale Downbursts (Verdunstungskälte) sind in Gewitternähe ebenfalls nicht ausgeschlossen. Zum Abend hin simulieren die Modelle ein größeres konvektives Regengebiet (MCS?), das vom Alpenrand aus nach Nordosten wandert. Bei PWAT-Werten um 25mm ist von starken Regengüssen auszugehen.

      Rest Deutschlands:
      Im Rest des gekennzeichneten Gebietes sind die Bedingungen für organisierte Gewitter schlechter. Dennoch muss mit Multizellen in isolierter oder gruppiger Form gerechnet werden, die zu Verclusterung neigen. Bei erhöhten PWAT-Werten muss hauptsächlich mit Starkregen gerechnet werden. In Gewitternähe kann es stellenweise zu stürmischen Böen kommen. Im Bereich stärkerer Gewitterzellen ist kleinkörniger Hagel mit max. 2cm Korngröße möglich, der lokal in größeren Mengen fallen kann.

      Modellvarianz:
      Die Modelle zeigen bzgl. CAPE und der Feuchteverteilung größere Unsicherheiten.
      Texte in meiner Funktion als Administrator sind rot, alles andere ist meine private Meinung.